Die Vorfahren von Catharina Ramm
- Genealogische Seiten von Armin Zimmermann -

Version 2.000 vom 28. Juli 2007
Die Familie Clodius

Inhalt

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Einleitung

Die Herkunft der Familie Clodius liegt im Dunkeln. Auf dieser Seite habe ich Quellen zu Matthias Clodius und seinen Söhnen Friedrich, Philipp, Christopher und Wilhelm zusammengetragen. Ich bitte alle, die Kenntnis von weiteren Fakten oder Dokumenten hat, mit mir Kontakt aufzunehmen.

Es ist, wie aus den folgenden Ausführungen ersichtlich wird, zu vermuten, daß Matthias Clodius aus Neubrandenburg stammt. Hier sind allerdings die meisten Unterlagen im Weltkrieg verloren gegangen, und es wird schwierig sein, die Familie dort nachzuweisen, geschweige denn Vorfahren zu finden.

Vielleicht kann das Wappen des Christopher Clodius helfen, Familienmitglieder in Neubrandenburg oder anderswo aufzuspüren. Bitte lesen Sie auf der zugehörigen Seite mehr über das Wappen.

Diese Familie muß ursprünglich nicht zwangsläufig Clodius genannt worrden sein, da es sich hierbei um eine latinisierte Form des Nachnamens handelt. Denkbar sind z.B. Varianten wie Klodt, Klothius, Clod, Cloth etc.

 

Friedrich Philipp Clodius

Friedrich Philipp Clodius, der Sohn des Matthias Clodius wurde vor 1600 in Kiel geboren und immatrikulierte sich im Mai 1611 an der Universität Rostock ("Friedericus Philippus Clodius, Chiloniensis Holsatus") (1) , in Greifswald am 20. Dezember 1613 zusammen mit seinem Bruder Wilhelm. (2) Ab 1616 ist er Diakon in Itzehoe und von 1618 bis 1665 Pastor in Hohenfelde. Ein Brief von Friedrich Philipp Clodius ist abgedruckt in den Schleswig-holsteinischen Anzeigen im Juni 1765 (Sp. 397f.): (3)

Schleswig-holsteinische Anzeigen Juni 1765"V. Fridericus Philippus Clodius von Kiel gebürtig, wurde 1628. den 2ten Oct. ordiniret und starb 1665. Ich besitze einen Lateinischen Brief, den er als Pastor Halensis 1625. den 13ten Junii an das Münsterdorfische consistorium geschrieben hat, in welchem er unter anderen diese Nachricht von seinem Vater, der dem Münsterdorfischen und Segebergischen Kirchen als Probst vorgestanden, ertheilet: "Summa haec bona in hisce ecclesiis flouerunt tempore Praepositurae Matthiae Clodii, p. m, parentis mei amantissimi, qui a potentissimo iuxta ac piissimo Rege Christiano IV. -- legitime confirmatus & a nobilissima abbatissa coenobii Itzehoensis Catharina ab Alefdld p. m. A. 1601 GeneralisSuperintendens totius Holsatiae, qua praefecturas qua urbes Regiae Maiestati subiectas vocatus, A. 1623. 16. Oct. hora 12., ipso praedicente, media nocte, quam dies S. Galli sequebatur, pie denatus, annos 63 vixit."

Das Hohenfelder Heimatbuch (4) berichtet:

[Seite 27f.] "Doch als am 11. September [1627] Wallenstein persönlich mit seinen ersten Truppen über Hohenfelde kommend vor der Steinburg erschien, nahm Thurn deren Besatzung schnell auf Krempe zurück. Bei der Annäherung an die Steinburg sollen die Wallensteiner von dem befestigten Glindhof („Glyndhof“) mit Kanonen beschossen worden sein, was den Feldherrn so erboste, daß er das Abbrennen von Hohenfelde befohlen habe. So berichtet es eine nach älteren, nicht mehr verfügbaren Unterlagen geschriebene Kirchenchronik. Nur der Hof Niederreihe Grav. Nr. 1071 (Clodius/Kelting) soll damals erhalten geblieben sein, weil Wallenstein dort für ein paar Tage Quartier genommen habe. ... Nach der alten Kirchenchronik soll von den Hofbesitzern in unserem Dorf nur der Kirchspielvogt Hans Tycke überlebt haben. Es wird berichtet, er habe sich unter einer Kremperau-Brücke versteckt gehalten. Für den gewaltsamen Tod der Mehrzahl der Hofbesitzer spricht auch, daß nach dem Krieg auf allen Höfen Besitzer mit anderen Familiennamen als vorher zu finden sind. ... Für das Niederbrennen der Hohenfelder Kirche wird das Jahr 1630 angegeben, möglicherweise ein später Gewaltakt einer streunenden Truppe."

[Seite 38f.:] ""Zu wissen! Als im 1630 Jahr bey entstandener unvermuthlicher Feuersbrunst und Einäscherung Ehrn Pastoris Behausung die bey dieser Kirche gewesenen Kirchen-Akten aufgegangen ..." so beginnt das am 26. September 1653 vom Steinburger Amtsverwalter Jacobus Steinmann und Magister Johannes Hudemann angelegte Hohenfelder 'Missale' oder Kirchenrechnungsbuch. Wegen der 1630 verbrannten alten Kirchenakten war es im Laufe der Jahre zu Streitigkeiten zwischen Pastor, Küster und Gemeinde über die zu entrichtenden Abgaben und Dienstleistungen gekommen. Der Amtsverwalter mußte eingreifen und nach einer königlich verordneten Kirchenvisitation Ordnung und Gerechtigkeit schaffen. Das geschah durch 'fleißige Nachfrage' bei allen Betroffenen und durch Niederschrift der ermittelten Pflichten und wirtschaftlichen Vorgänge zwischen 1597 und 1653. Nach Fertigstellung des höchstamtlichen Dokuments hat es Pastor Friedrich Philipp Clodius 'vor den gesamten eingepfarrten Mannspersonen öffentlich Wort für Wort vorgelesen und verkündet'. Die Eintragungen beginnen mit der Aufforderung an die Gemeinde, ein Pastoratshaus für den Pfarrherren zu bauen und es zu unterhalten. Nach dem Brand 1630 hatte der Pastor nämlich ein eigenes Haus (Hof 1086 in Oberreihe) aus privaten Mitteln erworben und dort bis 1652 gewohnt und seine private Landwirtschaft betrieben. Nach dem Verkauf wohnte er weitere Jahre in einem anderen Haus zur Miete. Erst 1661/1662 baute die Gemeinde das Haus unter der Leitung der Kirchenjuraten und 'Bauherren' Hinrich Mohr, Harmen Huesmann und Hans Tücke. Im Missale sind die Baukosten in der jährlichen Kirchenrechnung von 1662 genau verzeichnet. Der 'Uthschlag tho des Pastoren Hueß ... von 31 Howe und 1 Kötener' (?) belief sich auf 1076 Ml. Das war die Summe, die von der Gemeinde gesammelt wurde. Dazu wurden noch Baumstämme aus dem Kirchenholz für 192 Ml verkauft. In der Gegenrechnung der 'Uthgaven' wurden für den Rohbau an Material, Fuhren und Handwerkerlöhnen etwa 1129 Ml ausgegeben.

Hinrich Mohr erhielt für die Bauaufsicht, da er 'alltiedt by dem Bebuwte upgewahret und geweiset 132 Dage a 12 ß, zusammen 99 Ml'. Angerechnet sind auch viele kleinere Nebenleistungen oder Lieferungen wie
- Hans Tücke vör de Timmerlüde Schlaepgeld 3Ml
- Noch 2 Dage im Huse getimmert 1 Ml 8 ß
- Clauß Tücke vör Schorff 7 Ml 8 ß
- Hans Götzke vör Schorff 3 Ml
- Johann Buschen geven vör 1 ton Segeberger Kalck 5 Ml
- Hinrich Weßell tho maken de fuhrstede in der Köken 12 ß
- Frenß Frouwen vör Kloppenstroh 2 Ml 8ß
Im Vergleich zum eigenen Haus, das Pastor Clodius 1652 für 6000 Ml an Marcus Hahn verkaufte, wahrscheinlich um die Ausbildung seiner Kinder zu finanzieren, war das neue Pastorat ein bescheidenes Gebäude. Er amtierte nur noch 3 Jahre im Pfarrhaus. Er starb 1665 nach 48 Dienstjahren in Hale/Hohenfelde."

Diese Kirche und das Pastorat brannten jedoch 1765 nieder.

[Seite 39f.:] "Die aufgezählten Pastoren gaben der Hohenfelder Ortsgeschichte ihre persönliche Prägung und dokumentierten die Gemeinde-Geschichte fortschreibend in den erwähnten Kirchen-Rechnungsbüchern. Sie hatten nicht nur ihre geistliche Seelsorgeaufgabe. Sie mußten die eigenen und die Gemeindefinanzen auf den Pfennig genau abrechnen. Neben festen Einnahmen wie dem 'Jahrgeld', '6 eisernen Kühen', den Hauer-Einkünften von den Handwerkern auf Kirchengrund, den zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachteten Pastoratsländereien und den Naturalleistungen gab es noch die Einkünfte aus den einzelnen Amtshandlungen. Diese waren 1653 zum Beispiel:
- Beichtgeld nach Ermessen des Confitenten
- Taufgeld für eheliche Kinder: 1 ß
- Taufgeld für uneheliche Kinder: 1 Ml 8 ß
- Trauung am Sonntag: 4 ß
- Trauung am Werktag: 3 Ml
- Krankenbesuch: 2 ß
- Beerdigung: 4 ß
- Leichenpredigt bei der Kuhle: 12 ß
- Leichenpredigt in der Kirche: 3 Ml
Die Pastoren konnten Holz aus dem Kirchengehölz für den Eigenbedarf nutzen, durften sonst aber keine Bäume verkaufen. Vom Pastoratsmoor durften sie jährlich bis zu 10 Fuder Torf zu Geld machen."

[Seite 41f.:] "1661 wurden die Amtsgeschäfte von Pastor und Küster neu geregelt, weil es zwischen beiden 'Irrungen und Zweifel' gab. Auch der Bau und der Unterhalt des Küsterhauses wurde als Pflicht der Eingepfarrten bestätigt. Die Küster verfügten über eigene Ländereien und über die Einkünfte aus zwei Katen am Kirchhof, und hatten zwei Kirchenkühe, eiserne Kühe genannt. ..." .

[Seite 51:] "Pastor Clodius beschrieb im Kirchenmissale die Hilfe [für die Armen] so: "Es ist auch von der Vohrfahren Zeit (her) ein löblicher Gebrauch in diesem Kirchspiel gewesen, und wird auch noch so gehalten, daß wenn einer verarmet, der sich beim Pastoren, Vogte und Kirchengeschworenen angeben muß. Dasselbe wird (von der Kanzel) abgekündigt, damit ein jeder der Kirchspielleute, wenn er (der Arme) vor ihre Tür kommt, ihm ein ziemliches Almosen möge mitteilen, damit er außerhalb des Kirchspiels niemandem beschwerlich falle. Wenn aber einer schwachheitshalber nicht gehen kann, so muß ein jeder Baumann ihn 8 Tage halten, und ihn dann seinem Nachbarn zuführen. Der halbe Baumann 4 Tage, der Kätner 2 Tage". Das war um 1650. Zudem wurden aber Leistungen aus der Kirchenkasse gezahlt und im Kirchenrechnungsbuch vermerkt. Beispiele: 1662: "Dem lahmen Knecht Hans Meyer Armengeld gegeben 3 Ml, vier armen Kindern Schulgeld gegeben 3 Ml 4 ß"."

Kirchenbuch HohenfeldeDas älteste erhaltene Kirchenbuch von "Hahlenn Kerckenn, odder Carspell thom Hogenfelde" wurde 1647 von Friedrich Philipp Clodius begonnen.

 

Zu untersuchen bleibt noch, warum sowohl Friedrich Philipp als auch sein Bruder Christopher bei der Immatrikulation mit der Herkunft "Chiloniensis Holsatus" aufgeführt werden. Bedeutet dies, daß sie ihrem Vater Matthias nicht nach Itzehoe gefolgt sind?

Christopher Clodius

Ein weiterer Sohn des Matthias Clodius ist Christopher Clodius, Pastor in Erfde von 1619 bis 1671. Von ihm hat sich ein lebensgroßes Bild erhalten, welches seit 1990 im Altarraum der Kirche hängt, nachdem es lange Zeit auf dem Kirchenboden aufbewahrt worden ist.

Auf diesem Bild wird auch das Familienwappen dargestellt, das auf einer eigenen Seite beschrieben wird.

Das Bild wurde 1656 gemalt und überlebte den Brand der Kirche im Jahre 1768, bei dem fast das gesamte Dorf verbrannte.

Über Christopher Clodius und die Nachkommen des Matthias Clodius berichtet Dr. Hans Peter Stamp.

Wilhelm Clodius

Ein weiterer Sohn des Matthias Clodius is Wilhelm Clodius. Dies geht hervor aus der von Nicoline Still (5) veröffentlichten

"Eheberedung vom 3. 3. 1651 in Wilster zwischen dem Ernvesten u. Vornehmen H. Albert Pranger dem Jüngeren, Bürgern dieser Stadt (Sohn d. Bgmstr. Albert Pranger) und der Jungfrau Anna Clodius, Tochter des Ernvesten u. Wolgelahrten Herrn Wilhelmy Clodius, Ihr. Fürstl. Durchl. zu Mecklenburg wollbestallten Amtmanns zu Neuwenstadt (Neustadt).

Vollmacht für den abwesenden Brautvater hat der anwesende Bruder desselben, der Ehrwürdige und Wollgelahrte Herr Friedericus Philippus Clodius, Pastor zu Hohenfelde in Holstein (A I, 151). Es wird eine Zerte ververfertigt über eine Vereinbarung zwischen den Brautleuten, daß die Hinterlassenschaft stets nach Lübischen Statuten und Stadtrechten geteilt werden soll. Zeugen: H. Albert Pranger (Bräutigams-Vater), Görries Pranger (Bräutigams-Bruder), Peter Schele und Claus Ruyman, sowie Peter Hudeman, alle Bürger hierselbst."

Matthias Clodius

Matthias Clodius ist Diakon an St. Nicolai in Kiel von 1595 bis 1601, Pastor und Probst in Itzehoe von 1601 bis 1623 und Generalsuperintendend für den königlichen Teil Holsteins. (10) Volbehr (6) berichtet uns: "Matthias Clodius stammt aus der Mark Brandenburg, wo er 1560 geboren war. Von hier wurde er 1601 als Hauptpastor und Propst der Propstei Münsterdorf nach Itzehoe berufen. Zugleich wurde er Propst der, langezeit mit Münsterdorf unter demselben Propsten stehenden, Propstei Segeberg und Generalsuperintendent im königlichen Antheil von Holstein. Er starb 1623." Im Kieler Erbebuch von 1411 bis 1604 (7) wird nur ein Clodius, und der auch noch mit Vornamen Matthias, genannt. Dabei kann es sich eigentlich nur um 'unseren' Matthias handeln: "2034. Actum 26.Aprilis a. 1604 (Donnerstag). Iohan Holste ratesvorwanter vorlest an stadt hern Mattiae Clodii dessen Haus in der Hasstrasse zwischen Marcus Wriedt und Anna Telemans Erben Iacob Lorken erb und eigendomlich, welchen vorlas Iacob Lorck angenomen; zeugen erfordert Hinrich von Lengerke unter Iohan Detringk. 2035b. Actum 26.Aprilis a. 1604. Hat also fort Iacob Lorck; in solchen seinen hause hern Matthiae Clodio 400 taler hin wieder vorlassen undt solch sein haus davor gerichtlich vorunterpfandet, dass 100 mit 5 talern iarlich zu vorrentn, so ufn umschlagk betraget." Leider ist im Erbebuch eine Lücke von 1589 bis 1601, so daß sich aus dieser Zeit keine Eintragungen erthalten haben. Da Matthias Clodius (evangelische) Theologie studiert haben muß und zu der damaligen Zeit nicht so viele Universitäten hierfür in Frage kommen, können die Matrikel dieser Universitäten leicht durchsucht werden. Es findet sich nur ein Matthias Clodius, der zu seinen Lebensdaten paßt. In Greifswald immatrikuliert sich Matthias Clodius am 8. Februar 1581. (2) Er wird dort als aus Neubrandenburg kommend ("Matthias Clodius, Neobrandenburgensis") aufgeführt: Matthias Clodius wird von seinem Sohn Friedrich Philipp in einem Brief erwähnt, siehe dort.

Von Matthias Clodius wird uns auch berichtet von Heinrich Scholtz in der 'Nachricht von der Stadt Heiligenhaven' im Jahre 1743 (8):

Nachricht von der Stadt Heiligenhaven, TitelNachricht von der Stadt Heiligenhaven, Seite 216Nachricht von der Stadt Heiligenhaven, Seite 217Nachricht von der Stadt Heiligenhaven, Seite 218 "IV. Matthias Clodius, wurde ums Jahr 1599. Probst zu Münsterdorp und Pastor zu Itzehoe, ein sehr geschickter und in der Gottesgelahrtheit erfahrner Mann. Er starb im Jahr 1623. In dem Zeugnisse, das er Georgio Nauclero, oder Schifmann aus Eckernförde; bührtig, als er im Jahr 1618. zum Capellan und Schul-Dienst gen Itzehoe, hernach im Jahre 1622. an die Stelle des Erasmi Slüteri zum Pastorat in Grossenbrode durch den Herrn Amtmann Pentzen beruffen worden, gegeben, nennet er sich reglum praepositum generalem.

Sonst erinnere beyläufig, daß er diesem Schifmann das Zeugniß beyleget, eum amplecti sincere & pium consensum doctrinae propheticae & apostolocae, & alienum esse ab omnibus sectis & falsis opinionibus pugnantibus cum canone confessionis Augustanae. ... Als dieser Schifmann das Pastorat zu Grossenbrode angetreten, schrieb ihm der Herr Probst Clodius den 25. Novemb. des 1622. Jahres, wegen der eisernen Kühe, "daß, wenn die eisernen Kühe stürben, sie dem Kirchspiel abstürben und müsten dem Pastori andre an die Stelle geschaffet werden. Dem Pastoren wären es eiserne Kühe darum, dieweil er sie vorfünde und in stetigem Gebrauch hätte, die solten ihm nicht mangeln, es wäre denn, daß er sie muhtwillig für Hunger sterben liesse; oder,wenn sie alt und unbrauchbar, könte er junge zuziehen oder anschaffen, die ihm aber nach der Besserung bezahlet werden müsten. Dieses wäre zu Itzehoe und anderswo der Kirchen Recht und Gebrauch."'

In der 'Geschichte der Stadt Itzehoe' (9) ist zu lesen:

"Zu langwierigem Streit kam es 1616, als der erste Kapellan, Joann Meinhard, gestorben war. Der Rat schlug als Nachfolger Martin Michaelis vor, der seit 1598 der Schule als Rektor vorstand; wegen seines guten Wandels und seiner Treue im Schuldienst verdiene er eine Erleichterung. Die Äbtissin Prinzessin Maria von Schleswig Holstein; wollte das geistliche Amt nicht als eine 'Erleichterung' ansehen, sondern den Sohn des Pastors Clodius ernennen, den der Rat wieder für einen jungen, unerfahrenen Mann erklärte. Als nun die Regierung Michaelis bestätigte, reichte das Kloster eine lange Beschwerde ein; es behauptete, stets Geistliche zur Predigerstelle berufen und auch die Absetzung Wildes bewirkt zu haben. Der Rat erklärte, er habe stets seine Einwilligung gegeben, ja er beanspruche nach der Verfügung von 1538 auch Mitwirkung bei der Besetzung der Pastorenstelle an St. Laurentii, wogegen das Kloster die Verfügung auf die Nikolai-Kapelle beschränkt wissen wollte. Dicke Acktenstücke wurden über diese Sache zusammengeschrieben. ... Über den Preis eines Hauses unterrichte folgendes Beispiel. Schacke Plessen verkauft 1578 ein Haus auf der Burg mit Ackerland bei Schulenburg; für 1500 Pf. lübisch an Johann Woldenberg, dieser das Haus mit Buden und einem Platz im lübischen Rechte 1604 an Propst Clodius für 300 Tlr., Clodius an den jüngeren Woldenberg; (den Bürgermeister) 1620 für 1100 Pf. lübisch."

Dr. Hans Peter Stamp führt Nachkommen des Matthias Clodius auf.

Fußnoten

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