Die Vorfahren von Catharina Ramm
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Version 2.000 vom 28. Juli 2007
Das Wappen der Familie Clodius

Inhalt

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Einleitung

Das Wappen des Christopher ClodiusLeider liegt mir zur Zeit nur ein verwackeltes Foto des Wappens vor und ich hoffe, dies durch ein besseres ersetzen zu können. In der Regel gibt man zur Beschreibung (Blasionierung) eines Wappens kurz gehalten und man bedient sich dabei heraldischer Begriffe. Im vorliegenden Fall treten aber Abweichungen von der heraldischen Regel auf, die zu ungeklärten Fragen führen.

Außerdem ist nicht jeder mit den Ursprüngen und Regeln der Heraldik vertraut, so daß ich zunächst einmal ein paar Grundlagen erwähnen möchte, um davon ausgehend dann auf die einzelnen Bestandteile des überlieferten Wappens einzugehen. Auch erscheint mir eine gesonderte Analyse der Schildfigur (einer ehernen Schlange) notwendig.

Im folgenden gehe ich daher zunächst auf die Bedeutung der Schildfigur ein, gefolgt von einer kurzen Einführung in die Heraldik, um dann auf das überlieferte Wappen einzugehen. Abschließend liste ich noch einmal die sich ergebenden Fragen auf. Wer ein tiefergehendes Interesse an der Heraldik hat und mehr lesen möchte, sei auf die hervorragende Einführung in die Heraldik von Dr. Bernhard Peter verwiesen.

Die eherne Schlange

Bevor ich nach dieser kurzen Einführung in die Heraldik auf das Clodiuswappen eingehe, möchte ich zunächst auf die auf dem Wappen dargestellte sogenannte Gemeine Figur eingehen, da dies für das Verständnis des Wappens im Zusammenhang mit der Familie Clodius meines erachtens notwendig ist.

Das Wappen stellt eine sich um ein Antoniuskreuz windende Schlange dar. Eine Assoziation mit dem Äskulapstab mag bei manchem Betrachter entstehen, er ist jedoch nicht dargestellt. Der Äskulapstab als Symbol der Heilberufe kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Eine gute Beschreibung des Zusammenhanges zwischen eherner Schlange und Äskulapstab gibt Dr. C.W. Turner: (1)

"Wie die Schlange zum Symbol der Medizin wurde

…Nun scheint der Weg zur modernen Anwendung der Schlange als eines Symbols der medizinischen Wissenschaft sehr einfach. Es ist es aber nicht. Denn die Schlange als Symbol spielt jahrhundertelang keine Rolle mehr. Es ist bekannt, dass der Humanismus alle antiken Gottgestalten neu belebte. Sie finden sich seit dem 15. Jahrhundert in unendlicher Fülle wieder in der bildenden Kunst. Aber Äskulap erscheint nur selten unter ihnen. Von den bekannten Graphikern, Dürer, Holbein, Aldegrever, Stimmer, Binck oder Floris, wird Äskulap unter ihren antiken Göttergestalten entweder überhaupt nicht oder nur selten und dann beiläufig dargestellt. Äskulap gehörte weder zu den Planetengöttern, noch war die Medizin ins antike System der freien Künste aufgenommen. In diesem Zusammenhang fehlt also die Schlange fast immer. Sie fehlt sogar auf den Titelblättern der medizinischen Werke des Vesalius und meist auch auf denen anderer, obwohl man sich bei diesen Titelblättern an allegorischen Bildern gar nicht genug tun konnte. Aber die Schlange wird auf einem Umwege, der über die christliche Religion führt, wieder zu einem wichtigen und deutlichen Symbol. Zwar kannte das Christentum die Schlange schon in mancherlei Bedeutung.

Da es in der Bibel hieß: "Sei klug wie die Schlangen", wurde sie zum Symbol der Prudentia, und ihre Rolle beim Sündenfall machte sie zum Tier alles Bösen schlechtweg. Aber es war eine andere biblische Bedeutung, von der ausgehend sie wieder zum Symbol der Heilung wurde.

Aufrichtung der ehernen SchlangeDie Aufrichtung der ehernen Schlange ist im alten Testament ein Heilvorgang. Das Volk leidet unter einer Schlangenplage und Moses stellt auf Geheiss Gottes das Schlangenbild auf, damit das Volk zu ihm aufblicke und nicht sterbe. Dieser Vorgang, der im Zusammenhang der Mosesgeschichte sehr nebensächlich ist, wurde im Mittelalter ein höchst beliebtes Thema. [Das Bild links zeigt die Aufrichtung in einem Relief des 14. Jahrhunderts aus Salzwedel]

Das Mittelalter hat den Hauptwert des Alten Testaments darin gesehen, das es das neue vorher verkündet habe. Und so hat die Theologie des Mittelalters die Aufrichtung der heilbringenden ehernen Schlange immer als eine parallele zur Kreuzaufrichtung aufgefasst. Deshalb erscheint sie so besonders häufig in Plastik und Malerei, Glasfenstern, Wirkteppichen und Buchmalereien. Sie wird schliesslich zum reinen Attribut : an den französischen Kirchenportalen der Gotik erscheinen in langen Reihen diejenigen Gestalten des Alten Testamentes, die auf das neue vorbereitet haben. Unter ihnen ist Moses mit einer Säule, um die sich die eherne Schlange ringelt. ..."

Auch bei den Reformatoren spielt die eherne Schlange eine große Rolle. Martin Luther formuliert in einer Passionspredigt von 1521: "Die erene Schlang, die auff dem pfal hengt, ist Christus ans Creutz geschlagen." Er bezieht sich dabei auf Johannes 3,14f: "Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." bzw. als Vergleichsstelle 4 Mose 21,8: "Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben."

Professor Böchers schreibt über die Wappen der Reformatoren (2): "So führten Nikolaus von Amsdorf, der erste lutherische Bischof, Ambrosius Blaurer, der Reformator Schwabens, und Ulrich Zwingli ihre alten Familienwappen fort. Johannes Bugenhagen wählte sich für sein Wappen ein Musikinstrument, den Psalter, und Johannes Calvin ein geopfertes Herz. Justus Jonas, der eigentlich Jost Koch hieß, hat sich als Prophet verstanden, sein erwähltes Wappen zeigt die Szene, wie Jonas vom Walfisch ausgespuckt wird. Philipp Melanchthon übernahm die eherne Schlange, Caspar Crotzinger entschied sich für die Taube mit Ölzweig und die Arche Noah. ... Die Reformatoren aus dem Adelsstand haben ihre alten Wappen weitergeführt, teilweise ergänzt durch die theologische Zielsetzung; nicht adlige Reformatoren haben sich neue Wappen mit theologischen Bezug geschaffen…".

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Das Wappen von Philipp Melanchton

Das Wappen von Philipp Melanchton

Das Wappen von
Philipp Melanchton

Nicht nur die Christopher Clodius, sondern auch Melanchthon führen also die eherne Schlange im Wappen! Das links abgebildete Wappen von Philipp Melanchton ist entnommen seinem Buch Ethicae Doctrinae Elementa, Et Enarratio Libri quinti Ethicorum, erschienen 1586 in Wittenberg. Als Wappensiegel Melanchthons ist dieses Motiv seit 1519 belegt. Unter den Humanistenwappen erscheint es 1520/21 in der Erfurter Matrikel. Ab 1526 ziert es Druckschriften Melanchthons. Wer kennt die Vollständige Beschreibung von Melanchthons Wappen?

Das Wappen der Gemeinde Lachen

Das Wappen der Gemeinde Lachen

Das Wappen der
Gemeinde Lachen

Die eherne Schlange wird in anderen Wappen ebenfalls verwendet. Sie findet sich beispielsweise auch im Wappen der schweizerischen Gemeinde Lachen. Auf der Homepage der Gemeinde erfährt man auch etwas über die Deutung: "Das Wappen der Gemeinde Lachen zeigt eine an einem Tau- oder Antoniuskreuz hängende Schlange. Die früher kultisch verehrte eherne Schlange symbolisiert unter anderem auch die Erhöhung Christi am Kreuz zur Bewahrung der Menschheit vor dem ewigen Tode." Es wird dort auch erwähnt, daß in Konrad Grünenbergs Wappenbuch (von 1483) ein dem heutigen Lachner Wappen sehr ähnliches Bild vorkommt. Sehr interessant finde ich den Hinweis, daß die Farben des Lachnerwappens ganz verschieden angegeben werden. Es werden die "sehr realistische Farben ... im Rathaus" genannt: "der Kreuzesstamm ist braun, die Schlange grünschillernd und der Grund blau. Im heutigen offiziellen Gemeindewappen ist der Kreuzesstamm weiss, die Schlange gelb und der Grund rot." Wer kann mehr Angaben zum Wappen in Konrad Grünenbergs Wappenbuch machen?

Kurze Einführung in die Heraldik

Das Wappen

Im deutschsprachigen Raum besteht ein heraldisch korrektes Wappen immer aus Schild mit Wappeninhalt, Helmdecke, Helm, und Helmzier. Zusätzlich kann das Wappen eine Wappenkrone, Rang- und Würdezeichen und einen Helmwulst besitzen.

Das Wappen kann darüber hinaus auch noch Nebenstücke und Prachtstücke besitzen, das sind Schildhalter, Wappenmäntel, Wappenzelte, Fahnen, Orden und Devisen. Zum Verständnis einer Wappenbeschreibung muß man wissen, daß man debn Schild mit dem linken Arm trug. Die Beschreibung erfolgt aus der Perspektive desjenigen, der den Schild trägt, d.h. links und rechts ist links und rechts vom träger aus gesehen!

Der Schild

Der Schild ist das wichtigste Teil des Wappens und kann auch allein verwendet werden. Die Schildform selbst ist stilabhängig und geht wie auch die anderen Bestandteile des Wappens ursprünglich auf echte Waffen zurück. Ab der Renaissance, spätestens jedoch im Barock und Rokoko geht jedoch das Ursprüngliche Wissen verloren und die Wappendarstellungen aus dieser Zeit widersprechen vielfach den Regeln der Heraldik.

Als Farben sind in der Heraldik sind klassisch lediglich Rot (= Zinnober), Blau und Schwarz erlaubt. In späterer Zeit kommt Grün hinzu, bei der Darstellung von Menschen ganz selten auch Fleischfarbe. Purpur kommt in der deutschen Heraldik in der Regel nicht vor. Zusätzlich zu den Farben sind die Metalle Gold (= Gelb) und Silber (= Weiß) vorhanden.

In der Regel besitzt der Schild (das Wappen) mindestens zwei Wappenfarben, nur wenige Ausnahmen aus dem frühen Mittelalter sind bekannt. Von den Wappenfarben ist mindestens eine Metall. Dabei soll immer Farbe auf Metall oder Metall auf Farbe stehen, niemals aber zwei Farben oder zwei Metalle nebeneinander. Der Grund hierfür liegt darin, daß bei echten Waffen sonst der Kontrastreichtum leidet, der zur Erkennung auf Entfernung notwendig ist.

Diese Regel wurde allerdings in der frühen Heraldik nicht streng eingehalten, und so sind aus dem Mittelalter einige "mißfarbene" Wappen bekannt. Ausnahmen sind zum Beispiel der Vatikan (Silber / Gold) und das Wappen der Könige von Jerusalem. Pelzwerk (Hermelin, Gegenhermelin, Feh und Kürsch) hat eine Sonderstellung inne. Es gilt als Farbe, kann aber mit Farbe und Metall kombiniert werden. Oftmals wird in die Farben eine Symbolik hineininterpretiert, was jedoch völlig unheraldisch ist. Lediglich der Kontrastreichtum stand im Vordergrund.

Eine Wiedergabe von Wappenfiguren wird deshalb in der Regel nicht in den natürlichen Farben erfolgen, als Ausnahme sei beispielsweise die Fleischfarbe bei Menschen genannt. Die natürlichen Farben sollten in die nächstliegende heraldische Farbe umgesetzt sein. Beispielsweise wird man einen Baumstamm nicht braun, sondern goldfarben, rot oder schwarz darstellen. Es ist jedoch auch erlaubt, jede andere heraldische Farbe zu verwenden.

Die Schildfigur ist in der Regel nach rechts gewendet, schließlich sollte sie den potentiellen Gegner ansehen und nicht wie auf der Flucht von ihm abgewendet sein.

Die Helmdecke

Eine Helmdecke ist außer in der heraldischen Frühzeit eigentlich immer vorhanden. Sie war ursprünglich ein Sonnenschutz und bereits im 13. Jahrhundert vorhanden. Mit dem Aufkommen des Kübelhelms ist sie die Regel. Die Form der Helmdecke ist nicht vorgegeben, sollte aber stilistisch zu Helm Schild passen.

Die Helmdecke zeigt in der Regel die Hauptfarben des Wappens, insbesondere in der älteren Heraldik sind Ausnahmen jedoch möglich. Normalerweise liegt die Farbe außen und das Metall innen. Die Farbe der Helmdecke kann in der Mitte wechseln, so daß links und rechts andere Farbkompositionen möglich sind. Allerdings gilt auch hier der Grundsatz, die Helmdecke so einfach und klar wie möglich darzustellen. Die Farben der Helmdecke sind wie auch schon beim Schild fester Bestandteil des Wappens.

Der Helm

Die älteste Helmform ist der Topfhelm aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Aus diesem entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert der Kübelhelm. Als Weiterentwicklung tritt dann der Stechhelm auf, der im 14. und 15. Jahrhundert verwendung fand.

Der Bügelhelm tritt erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts auf.

Der Stechhelm wird für Adels- und Bürgerwappen verwendet. Der Bügelhelm wurde zum Kennzeichen des Adels, auch wenn es gelegentlich Abweichungen von dieser Regel gibt.

Die Helmzier

Ab dem späten 12. Jahrhundert wird ein plastischer Helmschmuck, die Helmzier, verwendet. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts gehört die Helmzier zum regelmäßigen Bestandteil des Wappens. Später als beim Schild setzte sich die Unveränderlichkeit der Helmzier durch.

Zu den frühen Formen gehören beispielsweise seitlich angebrachte Büffelhörner, Stierhörner oder Vogelflügel.Später findet sich jedes Motiv, daß sich mit dem Helm sinnvoll verbinden ließ wie beispielsweise Tier- oder Menschenrumpf, Hüte, Pfauenfedern, Turm, Gebäude oder Pflanzen. Wird eine Kopfbedeckung verwendet, die die Befestigung der Helmzier verbergen, wird in der Regel kein Helmwulst verwendet.

Helmwulst und Helmkronen

Seit der Spätgotikruht die Helmzier bei vielen Wappen auf einem Wulst. Der Wulst ist ein zwei- oder mehrffarbig gewundener Kranz der Helmdecken und seine Farben müssen daher zwangsläufig mit denen der Helmdecke übereinstimmen, obwohl auch hier seltene Ausnahmen möglich sind. Der Helmwulst verdeckt den Übergang zwischen Helm und Helmzier. Da er kein notwendiger Bestandteil des Wappens ist, kann er nach Belieben dargestellt oder weggelassen werden. Der Helmwulst kann auch mit herabhängenden oder flatternden Enden (Zindelbinden) dargestellt werden. Ab der Spätgotik sind Helmwülste in allen Varianten belegt.

Helmkronen kommen im 13. Jahrhundert in Gebrauch und wurden erst von Königen, dann vom Adel beansprucht und in Ausnahmefällen im 14./15. Jahrhundert auch von einigen Patrizierfamilien geführt. Eine strenge Gleichsetzung mit Helmkrone = Adelsstand ist nicht richtig, zumal es durchaus auch viele Adelige gibt, die die Helmkrone nicht führen, beispielsweise solche, die ihr Wappen auf das 12. Jahrhundert zurückführen. Generell kann man also sagen, daß bei Wappen aus dem 12. Jahrhundert in der Regel keine Helmkrone vorhanden ist. Ab dem 13. Jahrhundert ist sie eher ein adeliges Privileg. Bei bürgerlichen Wappen aus dem 14., 15. oder 16. Jahrhundert sollte sie nur geführt werden, wenn sie historisch belegbar sind.

Das Clodiuswappen

Das Wappen

Beim vorliegenden Wappen finden wir neben den notwendigen Bestandteilen (Schild, Helm, Helmdecke und Helmzier) noch den Helmwulst.

Der Schild

Die Schildform selbst ist zwar stilabhängig, d ie abgebildete Schildform jedoch hat nichts mehr mit realen Kampfschilden zu tun, sondern ist eine rein dekorative Schildform der "Papierheraldik".

Der Schildhintergrund ist silbern, die Schlange golden und das Antoniuskreuz braun. Somit weicht die Farbgebung von den allgemeinen Regeln der Heraldik ab. Braun ist nicht vorgesehen und die Frage ist nun, ob sie wirklich Bestandteil des Wappens ist oder vielmehr der Unkenntnis des Malenden zuzuschreiben ist. Es ist bekannt, daß die Wappen aus der Zeit um 1650 vielfach den Regeln der Heraldik widersprechen. Es könnte daher auch sein, daß die Farbe des Antoniuskreuzes eigentlich eine in der Heraldik zugelassene sein müßte und deshalb "braun" bei einer Korrekten Blasionierung ersetzt werden sollte. Als Ersatzfarbe scheidet Gold aus, denn die Schlange ist schon golden. Übrig bleiben Blau, Rot und Scvhwarz. Blau taucht sonst nirgends auf und scheidet deshalb aus. Am naheliegendsten und dem Gemälde am ähnlichsten ist Schwarz. Berücksichtigt man hingegen, daß die Helmdecke (die rot/silber dargestellt wird) in der Regel die Hauptfarben des Wappens zeigt, wäre Rot die bessere Wahl. Da in der Heraldik hier aber Ausnahmen zulässig sind, wird Schwarz wohl die bessere Wahl sein (d.h. dem Gemälde ähnlichsten).

Wie im Anschnitt zur ehernen Schlange beschrieben, gibt die Verwendung derselben als Schildfigur keinen Hinweis auf einen Heilberuf. Da Matthias Clodius zum Generalsuperintendenten ernannt worden ist und studiert hat, können wir zwar annehmen, daß es sich um eine einflußreiche Familie gehandelt haben muß, aber wir können nichts über die ausgeübten Berufe aussagen. Vielmehr wird die eherne Schlange lediglich ein Hinweis auf einen theologischen Hintergrund sein.

Die Schildfigur blickt (heraldisch) nach links und verstößt damit gegen die heraldische Regel. Es stellt sich in deisem Zusammenhang die Frage, warum die Schlange nach links blickt. Geschah dies willkürlich, weil die Regeln der Heraldik in Vergessenheit geraten waren oder gibt es eine Begründung hierfür? Denkbar ist, daß es ein dem Clodiuswappen identisches Wappen gibt, auf dem jedoch die Schlange korrekt nach rechts blickt. Dies könnte einen deutlichen Hinweis auf einen bisher unbekannten Zusammenhang geben, denn lediglich die verkehrt blickende Schlange dient zur Unterscheidung. Vielleicht wurde die Figur als Referenz an Philipp Melanchton gewählt? Leider konnte ich noch keine korrekte Blasionierung seines Wappens finden.

Die Helmdecke

Die Helmdecke wiederholt nicht die Hauptfarben des Schildes, rot kommt dort nicht vor (vgl. Beschreibung des Schildes).

Der Helm

Als Helm wird der Stechhelm verwendet. Der Helm ist kein Hinweis auf einen ritterbürtigen Hintergrund. Wäre dem so, hätte der Bügelhelm verwendet werden müssen oder aber es wäre zumindest ein Halskleinod dargestellt.

Die Helmzier

Als Helmzier werden Büffelhörner verwendet. Wer kann erkennen, was zwischen den Hörnern auf dem Helm befestigt ist?

Der Helmwulst

Der Wulst wird korrekt in den Farben der Helmdecken widergegeben. Er verdeckt die Befestigung der Büffelhörner und der Helmzier. Sind Zindelbinden dargestellt?

Führungsberechtigung

Ungeklärt ist bis jetzt, wer Wappenstifter ist und wer führungsberechtigt ist. Verschiedene Möglichkeiten stehen zur Wahl.

  1. Es handelt sich um ein persönliches Wappen des Christopher Clodius.
  2. Das Wappen wurde von Christopher Clodius gestiftet.
  3. Das Wappen wurde von dessen Vater Matthias Clodius gestiftet.
  4. Das Wappen wurde bereits vor Matthias Clodius von der Familie geführt.

Um dies zu klären, wird es notwendig sein, weitere Quellen zu finden, auf denen das Wappen (oder eben ein abweichendes) dargestellt ist.

Offene Punkte

Hier möchte ich noch einmal die offenen Punkte zusammenfassen. Ich bitte alle, die zur Klärung beitragen können oder aber einen anderen Standpunkt vertreten, mit mir Kontakt aufzunehmen.
  • Soll das braune Antoniuskreuz braun dargestellt werden oder ist eine heraldisch korrekte Farbe zu wählen? Welche ist zu bevorzugen?
  • Warum blickt die Schlanke nach links?
  • Sind Zindelbinden dargestellt?
  • Gibt es andere Wappen, auf denen eine eherne Schlange abgebildet ist?
  • Wer kennt die vollständige Beschreibung von Philipp Melanchthons Wappen?
  • Wer hat eine Abbildung oder Beschreibung des in Conrad Grünenbergs abgebildeten Wappens oder weiß, welche Familie oder Person es geführt hat.
  • Welche Helmzier wird neben den Büffelhörnern verwendet?
  • Gibt es andere Quellen, die das Clodiuswappen darstellen?
  • Hat jemand eine besseres Foto des auf dem Gemälde dargestellten Wappens?
  • Haben Vater oder Bruder ein anderes Wappen geführt?

Fußnoten

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