Die Vorfahren von Catharina Ramm
- Genealogische Seiten von Armin Zimmermann -

Version 2.000 vom 28. Juli 2007
Die Familie von Leesen

Inhalt

^

Einleitung

Auf dieser Seite stelle ich verschiedene Quellen zusammen, in denen die Familie von Leesen erwähnt wird. Indbesondere auf die Wappenbeschreibungen nehme ich dabei Rücksicht. Vor diesem Hintergrund ist es dann interessant, meine Einführung zur Heraldik ebenfalls zu lesen, um dann die Widersprüche und Fehler in den Wappenbeschreibungen zu erkennen.

Es ergibt sich bei der Erforschung des Wappens noch ein weites Feld, und ich hoffe im Laufe der zeit etwas zur Klärung beitragen zu können. Eine Analyse und Auflistung der Widersprüche und der sich hieraus ergebenden Fragen steht noch aus, zunächst einmal begnüge ich mich damit, die vorhandenen Quellen hier aufzuführen.

^

Wappenbeschreibungen und Angaben zur Herkunft

Deutsches Adels-Lexicon, Band 5 (1)

"Leesen, auch Freiherren (Schild quer getheilt: oben in Roth drei, 1 u. 2, silberne Sterne und unten in Blau zwei übereinander nach ser linken Seite schreitende, silberne Löwen mit aufrecht geschlagenem Schweife). Freiherrnstand des Herzogthums Sachsen-Coburg-Gotha. Diplom vom 24. Nov. 1861 für August Ferdinand v. Leesen, Herrn der Rittergüter Treben und Petersdorf, so wie Retschke und Wulke im Fraustädter Kreise des Grossherz. Posen und für die beiden Neffen desselben, Wilhelm v. Leesen und Ferdinand v. Leesen. Altes, böhmisches Adelsgeschlecht, welches früher auch v. Lesen, und v. Lehsen geschrieben wurde, in der katholischen Linie im 18. Jahrh. in Böhmen erlosch, in zwei protestantischen Linien aber in Holstein, Sachsen-Gotha und Posen etc. in den Nachkommen der Gebrüder Albrecht und Matthias v. Leesen, welche wegen des protestantischen Glaubensbekenntnisses 1576 Böhmen verliessen und sich in der freien Elbmarsch des Steinburger Amtes in Holstein ankauften, fortblüht. In Anerkennung der Religions- ansichten der Familie zog König Christian IV., welcher 1620 Glückstadt an der Elbe erbaute, die Familie an sein Hoflager.

- Aus den sehr genauen Stammreihen des Geschlechts mögen hier nur folgende Angaben einen Platz finden. Von Albrecht v. L. stammten die Söhne: Hartwig, gest. 1623 und Tewes (Matthias) v.L., welche durch ein am 17. Mai 1625 ergangenes Rechtsurtheil (s. Systemat. Sammlung der Verordnungen für die Herzogthümer Schleswig und Holstein) die Veranlassung zu dem unter Christian IV. vom Statthalter und Oberamtsgerichte emanierten Gesetze wurden: "dass Halbbrüder-Kinder mit Vollbrüdern," wo Sachsenrecht gelte, nicht succediren: welche Sentenz namentlich dadurch motiviert wurde, daß die Familie v. Leesen gehörigen, aus Böhmen mitgebrachten Schmucksachen und Ornamente nicht auf einen anderen Stamm übergehen könnten. - ...[hier folgt eine Beschreibung der Stammreihe]"

Rechtsurteil vom 17. Mai 1625, Seite 2Rechtsurteil vom 17. Mai 1625, Seite 1

Rechtsurteil vom
17. Mai 1625
Seite 1 und Seite 2,


^

Genealogisches Handbuch des Adels (13)

"Ev. - Holsteinisches Geschlecht, dessen Stammreihe mit Peter von Leesen, 1565 - 1593 Hofbes. in Sommerland bei Glückstadt, beginnt. Sachs.-cob. u. goth. Frhrnstand Gotha 28. 12. 1861 (für Ferdinand von Leesen, auf Treben u. Retschke, Ghzgt. Posen, Hzgl. sachs.-cob. u. goth. Justitzrat,

und für seine Neffen Wilhelm u. Ferdinand von Leesen); preuß. Genehmigung zur Führung d. Frgrntitels durch MinReskript Berlin 13. 9. 1865 (für dieselben).

W. (1861): Durch 16 s. Kugeln get., oben in R. 3 (1, 2) s. Sterne, unten in B. 2 schreitende Löwen übereinander; auf dem H. mit rechts r.-s., links b.-s. Decken eine Frhrnkr. ohne Zier."

^

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch, 83. und 89. Jahrgang (2), (3)

Im Freiherrlichen Taschenbuch, Band 83, steht noch: "Angeblich aus Böhmen stammend und nach der Insel Fehmarn gekommen, beginnt die Stammreihe mit Carsten von Leesen, * 1571, ... ,angeblich aus Böhmen stammend und nach der Insel Fehmarn gekommen."

In Band 89 hingegen wurden die Herkunftsangaben korrigiert. Der Ursprung in Böhmen wird nicht mehr erwähnt: "Das Geschlecht erscheint urkundlich im 15.Jahrhundert in den Holsteinischen Elbmarschen und war dann auf der Insel Fehmarn mit zahlreichen Höfen angesessen. Die Stammreihe beginnt mit Carsten von Leesen, * 1571."

^

Die Bauernhöfe zwischen Elbe, Stör und Krückau (4)

Auch hier wird auf die angebliche Herkunft aus Böhmen aufgegriffen und widerlegt: "Das "Allgemeine Deutsche Adelslexikon" schreibt über die Familie von Leesen, daß sie eine alte böhmische Adelsfamilie sei; die Gebrüder Albrecht und Matthias hätten wegen ihres protestantischen Glaubensbekenntnisses im Jahre 1576 Böhmen verlassen und sich in "der freien Elbmarsch des Steinburger Amtes" angekauft.

Dagegen ist durch die Forschungen des Hauptmanns Thies von Leesen, S. 86, festgestellt, daß der Name von Leesen schon 1300 in Norddeutschland vorkommt; 1369 in Hamburg und in der Elbmarsch (zuerst in der Haseldorfer Marsch). Wahrscheinlich ist das Geschlecht ein altes Ratsherren- und Patriziergeschlecht einer Hansestadt, das sich nicht nur in allen Elbmarschen, sondern auch anderswo, sehr ausgebreitet hat. Die verschiedenen, in diesem Buch vorkommenden Stämme sind mit Sicherheit nicht zu vereinigen."

^

Register der Einwohner der Landkirchspiele und Duchten im Amt Steinburg (5)

Wie aus diesem Register ersichtlich wird, gibt es bereits 1499 Peter von Leßen (Emeke van Leßen) un Hinrick von Leßen.

Eine Einwanderung der Familie aus „Böhmen“ im Jahre 1576 kann also ausgeschlossen werden. Sie sind in der Krempermarsch alteingesessen.

^

Heimatbuch Hohenfelde (6)

Auch das Heimatbuch Hohenfelde berichtet von diesem Register der Steuerzahler des Jahres 1499 von Hinrick von Leßen in Hohenfelde. (S. 20).

 

^

Ernst Knoop (7)

Ernst Knoop schreibt in seinem Aufsatz über die Insel Fehmarn, daß die Bewohner "niedersächsischer, d.h. holsteinischer Abstammung" seien. Er stellt fest:

"von der früheren wendländischen Bevölkerung sind nur geringe Spuren zurückgeblieben, eine geringe Zuwanderung aus Mecklenburg und Dänemark hat wohl stattgefunden, eine größere Einwanderung aus Dithmarschen, etwa im 14. und 15. Jahrhundert, scheint Tatsache zu sein." Als in Fehmarn ansäßig nennt er auch die Familie von Leesen, wobei die Kirchenbücher ab 1653 erhalten sind.

^

Siebmachers Wappenbuch: Der Adel der freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck, Tafel 12. (12)

"Ursprung und Wappen s. beim Schleswig-Holsteinischen Adel. Ein Kaufmann von Leesen 1869 in Hamburg."

^

Siebmachers Wappenbuch: Der blühende Adel der Herzogthümer Schleswig-Holstein-Lauenburg, Tafel 13. (8)

"Leesen, Freiherren und Herren. Angeblich alte böhmische, in den Religionskriegen nach Holstein emigrirte, Familie. Sicher ist, dass ein v. (?) Leesen, 1848 von den Dänen aus seinem Besitzthum auf Fehmarn vertrieben, sich in Coburg niederliess, wo sein Sohn August Ferd. v. L., nebst zwei älteren Neffen, Georg Heinr. Wilh. und Nicolaus Ferdinand, d. d. 27. Dez. 1851, den herzogl. Cob.-Goth. Freiherrnstand erhielt. Das Stammwappen: geth. von R. [Rot] über B. [Blau] durch einen aus 14 aneinanderhängenden s. [silbernen] Kugeln bestehenden Querbalken (fehlt beim freiherrl. Wappen).

Oben 3 (1. 2.) s. [silberne] Sterne; unten schreitend übereinander 2 s. [silberne] Löwen. Auf dem Schilde ein Helm ohne Decken und Kleinod (!); beim Stammw. r.-b.-bewulstet, beim freiherrlichen, mit Freiherrnkrone bedeckt. 1869 ist ein Herr v. L. Feuerwärter an der Westküste (!)."

Freiherrliches WappenStammwappen

Stammwappen und
freiherrliches Wappen

^

Siebmachers Wappenbuch: Die Wappen des preußischen Adels, Tafel 23. (9)

"Freiherrenstand des Herzogthums Sachsen-Coburg-Gotha dto. 1861. 28. 12. für August Ferdinand v. L., Rittergutsbesitzer auf Treben und Retschke in der Provinz Posen nebst seinen Bruderssöhnen Georg Heinrich Wilhelm und Nicolaus Ferdinand; kön. preuss. Erlaubniss zur Führung des Freiherrenstandes lt. Minist. Rescript dto. 1865 13. 9. Angeblich aus altböhmischem Geschlechte stammend und 1576 der Confession wegen aus Böhmen nach Holstein ausgewandert, wo in der freien Elbmarsch im Steinburger Amte eine neue Heimat gegründet wurde; ebenso wurde auch auf der Insel Fehmarn Besitz erworben. Nach der Erhebung der Herzogthümer Schleswig und Holstein 1848 - 50 verkaufte obengenannter August Ferdinand seinen Besitz in denselben und liess sich in Gotha nieder, wo er den Freiherrenstand erlangte.

In der Provin[z] Posen erwarb er obengenannte Rittergüter c. pert und errichtete aus ihnen 2 Familienfideicommisse für seine beiden Neffen Georg Heinrich Wilhelm und Nicolausus Ferdinand; ersterer besitzt noch das Fideicommiss Treben, während das Fideicommiss Retschke den Erben des 1879 verstorbenen Freiherrn Nicolaus Ferdinand zusteht. Wappen: von Roth und Silber getheilt; oben 3 (2. 1) silberne Sterne, unten zwei schreitende silberne Löwen über einander. Der freiherrlich gekrönte Helm mit roth-silbernen und blau-silbernen Decken trägt kein Kleinod."

Freiherrliches Wappen

^

Siebmachers Wappenbuch: Die Wappen des sächsischen Adels, Tafel 40. (10)

"kamen in neuester Zeit aus Holstein nach Gotha. Sollen nach Einigen aus Böhmen, nach anderen aus Dänemark stammen, finden sich aber im "Lexicon over adelige Familièr i Danmark, Norge og Hertugdommene" nicht. Wappen: Durch eine Linie aneinandergereiter s. [silberner] Perlen (!) von R. [Rot] und B. [Blau] getheilt. Oben drei, 1. 2., s. [silberne] Sterne, unten übereinander schreitend zwei s. [silberne] Löwen. Kleinod unbekannt."

^

Die Wappen der alten Bauernfamilien in den holsteinischen Elbmarschen. (11)

"Einer Familienüberlieferung nach stammt die Familie von zwei Brüdern v. Leesen, die im Jahre 1576 wegen Religionsstreitigkeiten aus Böhmen vertrieben und in die Marsch eingewandert sein sollen. Dem widerspricht die Tatsache, daß bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Familie in der Kremper Marsch stark vertreten war. Nach neueren Forschungen soll die Familie schon um das Jahr 1300 in der Haseldorfer Marsch ansässig gewesen sein. Im Jahre 1499 wohnte Hinrik von Leesen "up dat hoghe feld". Um die Mitte und gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte die Familie großen Besitz im Kirchspiel Süderau, in Lesigfeld, Grönland, Schönmoor. Von 1652-1780 wohnten drei Siemen von Leesen auf einem Hof in Elskop. Ein Hof in Sommerland war von 1620 bis 1885 im Besitz der Familie. Hier war um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein Thies von Leesen Landesschulze für Sommerland-Grönland. Der Name Thies ist in der Familie sehr gebräuchlich.

Ein weiterer Zweig der Familie saß seit 1692 ebenfalls zu Elskop bis zum Jahre 1793. Der Sohn des letzten Besitzers dieses Hofes, auch ein This v. Leesen, war Syndikus des Klosters Itzehoe. Dessen Sohn wieder erwarb Besitz auf der Insel Fehmarn und wurde später vom Herzog von Sachsen Coburg-Gotha in den Freiherrnstand erhoben. Die Familie blüht noch heute, besonders in der Haseldorfer und Kremper Marsch. Wappen: Geteilt in Rot und Blau durch eine Reihe von 14 silbernen Kugeln. Oben 3 (2. 1.) silberne Sterne, unten zwei schreitende silberne Löwen übereinander. Helmzier: Wachsender silberner Löwe (?). Helmdecken: Blau-weiß-rot-weiß. Der "Siebmacher", Schleswig-Holst. Ritterschaft, gibt das Wappen ohne Helmzier."

Wappen

Wappen

^

Fußnoten

^

Änderungshistorie für diese Seite

^
Besucher dieser Seite